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Jahreshauptversammlung der Gesamtwehr im neuen Bürgerhaus

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Die Feuerwehr Rheinstetten hat im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung am 27.03.2026 im neuen Bürgerhaus ausführlich über das Berichtsjahr 2025 sowie über strukturelle, personelle und organisatorische Entwicklungen innerhalb der Gesamtwehr berichtet.

Die Einsatzabteilung umfasst insgesamt 138 Mitglieder, darunter 19 Frauen und 109 Männer. Die personelle Struktur ist durch einen umfassenden und differenzierten Ausbildungsstand geprägt. Insgesamt verfügen 13 Mitglieder über die Qualifikation als Verbandsführer, 16 als Zugführer und 40 als Gruppenführer. Damit ist die Führung auf mehreren Ebenen breit aufgestellt. Ergänzt wird diese Struktur durch 72 einsatztaugliche Atemschutzgeräteträger sowie 53 Maschinisten. Darüber hinaus bestehen Spezialisierungen mit 25 ausgebildeten Drehleitermaschinisten sowie 28 Kräften im Bereich Bootsdienst.

Die hohe Anzahl an spezialisierten Funktionen spiegelt die gewachsenen Anforderungen an die Feuerwehr wider. Insbesondere die Kombination aus klassischer Gefahrenabwehr, technischen Hilfeleistungen und zusätzlichen Aufgabenfeldern wie dem Bootsdienst erfordert eine kontinuierliche Qualifizierung der Einsatzkräfte sowie eine abgestimmte Personalentwicklung innerhalb der Wehr.

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 117 Ausbildungsveranstaltungen durchgeführt. Einen zentralen Bestandteil bildeten dabei 37 gemeinsame Hauptübungen der Abteilungen, bei denen insbesondere das Zusammenwirken größerer Einheiten trainiert wurde. Ergänzt wurden diese durch 34 Ausbildungseinheiten im Bereich der Drehleiter. Weitere Ausbildungsinhalte ergaben sich aus veränderten Rahmenbedingungen innerhalb des Stadtgebiets. Die Entwicklung der neuen Stadtmitte sowie die Erweiterung des Industriegebietes führten zu neuen Anforderungen, die eine Anpassung bestehender Einsatzkonzepte sowie eine vertiefte Ausbildung, insbesondere auf Führungsebene, erforderlich machten.

Ein zusätzlicher Ausbildungsschwerpunkt ergab sich durch die Auslieferung eines neuen Mehrzweckbootes. Die damit verbundene Bootsausbildung nahm im Berichtsjahr einen größeren Raum ein und führte zu einer weiteren Spezialisierung innerhalb der Feuerwehr. Die Ausbildung in diesem Bereich ist unter anderem durch ein Mehr an Technik auf dem Boot umfangreicher als bisher und wird auch künftig einen festen Bestandteil der Ausbildungsplanung darstellen.

Neben den örtlichen Ausbildungsmaßnahmen nahmen zahlreiche Feuerwehrangehörige an überörtlichen Lehrgängen teil. Hierzu zählen unter anderem die Grundausbildung zum Truppmann sowie Lehrgänge in den Bereichen Sprechfunk und Atemschutz. Aufbauend darauf wurden weiterführende Qualifikationen zum Truppführer absolviert. Darüber hinaus fanden Lehrgänge für Führungsfunktionen wie Zugführer, Verbandsführer und Feuerwehrkommandant statt. Ergänzende Fortbildungen wurden in den Bereichen Heißausbildung, Jugendgruppenleitung, Pressearbeit sowie im ABC-Einsatz wahrgenommen.

Im Berichtsjahr wurde die Feuerwehr Rheinstetten zu insgesamt 279 Einsätzen alarmiert. Diese gliedern sich in 83 Brandeinsätze, 101 technische Hilfeleistungen, vier Umwelteinsätze sowie 30 sonstige Einsätze. Zusätzlich wurden ein Täuschungsalarm sowie 60 Einsätze im Bereich der Seelsorge verzeichnet. Das Einsatzgeschehen deckte ein breites Spektrum ab. Hierzu zählen unter anderem Brände von Gebäuden und Fahrzeugen, darunter auch ein Brand eines Elektrofahrzeugs sowie ein Brand an der Fassade und am Dach eines Wohnhauses. Im Bereich der technischen Hilfeleistungen wurden unter anderem Verkehrsunfälle mit Pkw, Kollisionen zwischen Pkw und Straßenbahn sowie ein Fahrzeug im Wasser abgearbeitet. Ebenso gehörten Personenrettungen unter Einsatz der Drehleiter sowie Notfalltüröffnungen zu den häufigeren Einsätzen. Bei den Umwelteinsätzen wurden unter anderem das Auslaufen von Kraftstoffen sowie ein Dieselaustritt auf dem Rhein bearbeitet. Die sonstigen Einsätze umfassten unter anderem Brandsicherheitswachen, Maßnahmen der Brandschutzerziehung sowie Nachschauen.

Parallel zum Einsatz- und Ausbildungsdienst stellte die Weiterentwicklung der technischen Ausstattung einen weiteren Schwerpunkt dar. Ein Mehrzweckboot wurde aus einer Sammelbeschaffung übernommen und erweitert zukünftig die Einsatzmöglichkeiten insbesondere auf Gewässern durch modernste Technik. Die Beschaffung eines Löschgruppenfahrzeugs LF 10 wurde durch den Gemeinderat beschlossen, nachdem eine wirtschaftlich günstigere Umsetzung über eine Landesbeschaffung realisiert werden konnte. Das Fahrzeug wird in angepasster Form umgesetzt. Die geplante Beschaffung von zwei Mannschaftstransportfahrzeugen sowie eines Ersatzes für eine Tragkraftspritze wurde hingegen aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt. Zusätzlich konnte ein Führungsfahrzeug durch eine Spende in den Fuhrpark integriert werden.

Die Umsetzung dieser Beschaffungs- und Planungsmaßnahmen war mit einem erhöhten organisatorischen und personellen Aufwand verbunden. Neben dem regulären Dienstbetrieb waren umfangreiche Abstimmungen, Planungen und Vorbereitungen notwendig. Diese Aufgaben wurden durch Feuerwehrangehörige zusätzlich übernommen und begleiteten die Projekte über einen längeren Zeitraum hinweg.

Zur weiteren Optimierung der Einsatzorganisation ist die Einführung eines ergänzenden Führungssystems mit einem weiteren Führungsfahrzeug vorgesehen. Dieses soll dazu beitragen, Einsatzabläufe klarer zu strukturieren und die im Einsatzleitdienst eingesetzten Kräfte zu entlasten.

Im Bereich Ehrungen und Beförderungen wurden im Rahmen der Jahreshauptversammlung mehrere Feuerwehrangehörige befördert. Thomas Burkart wurde zum Oberlöschmeister ernannt, Steffen Gassler zum Hauptlöschmeister. Zudem wurden Frank Humpfer, Meiko Schmoranz und Frank Wüst zu Oberbrandmeistern befördert. Für langjährige Mitgliedschaft & Einsatzdienst in der Feuerwehr wurden mehrere Einsatzkräfte geehrt. Die Stadt Rheinstetten verlieh Auszeichnungen an Herbert Steinhardt für 15 Jahre, Thomas Friedl-Klink und Felix Weber für 30 Jahre sowie an Benno Reis, Bernd Bauer, Hans Bodrogi, Klaus Gerstner, Erich Knäbel und Franz Weisenburger für stolze 50 Jahre Zugehörigkeit. Ergänzend erfolgten Ehrungen des Landes für Dominic Kis (15 Jahre) sowie Klaus Gerstner (50 Jahre).

Die Jugendfeuerwehr Rheinstetten zählte zum Jahresende 2025 insgesamt 51 Mitglieder. Die Mitgliederzahl blieb damit im Vergleich zum Vorjahr konstant. Im Berichtsjahr wurden regelmäßige Übungsabende durchgeführt sowie verschiedene Ausbildungs- und Freizeitmaßnahmen angeboten. Zudem nahm die Jugendfeuerwehr an einem Kreiszeltlager teil, und eine Gruppe legte erfolgreich die Jugendleistungsspange ab. Aufgrund der hohen Nachfrage wurden zeitweise Teilnahmebeschränkungen umgesetzt.

Für das Jahr 2026 ist neben der Fortführung der Ausbildungsarbeit ein besonderes Jubiläum vorgesehen. Die Feuerwehr Rheinstetten blickt auf 60 Jahre Jugendarbeit zurück und wird in diesem Zusammenhang eine Veranstaltung zur Abnahme der Jugendleistungsspange ausrichten.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung richteten auch die anwesenden Bürgermeister ihre Grußworte an die Feuerwehr. Bürgermeister Jürgen Deck bezeichnete die Veranstaltung als besonderen Termin im neuen Gebäude und betonte, dass die Feuerwehr im Bürgerhaus jederzeit willkommen sei, jedoch nicht im Einsatzfall. Er hob hervor, dass eine funktionierende Gesellschaft auf die sogenannte Blaulichtfamilie angewiesen sei, und unterstrich seine Unterstützung für die Feuerwehr. Zudem sprach er den Dank der Stadt sowie des Gemeinderates aus und würdigte den Einsatz der Feuerwehr für die Allgemeinheit. Bürgermeister Nico Wollnitzke aus Gornau überbrachte Grüße von seinen 98 Einsatzkräften und 47 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr und gratulierte zur neuen Veranstaltungsörtlichkeit. Er verwies auf eine geplante Veranstaltung im Juni mit rund 900 Kindern und Jugendlichen und berichtete, dass auch in Gornau die Wehrleitung gewechselt habe und dort im Ehrenamt wahrgenommen werde. Darüber hinaus hob er hervor, dass der Feuerwehrdienst kein alltägliches Ehrenamt darstelle, und bezog ausdrücklich die Angehörigen mit ein, die Einsätze mittragen. Abschließend betonte er die Verbundenheit zur Feuerwehr Rheinstetten sowie deren Ansehen im Erzgebirge.

Ein Dank gilt den Weierer Geißböck für ihre Unterstützung beim Catering, sowie den Einsatzkräften & Angehörigen, die in Eigenleistung das umfangreiche Vesper am Mittag vorbereitet und ansprechend gestaltet hatten.