PKW kollidiert mit Straßenbahn – Aufwendige Rettungsaktion in der Stadtmitte

Gerade als Einsatzkräfte der Abteilung Rheinstetten zur Unterstützung bei einem Großbrand in Malsch eingetroffen waren, wurde um 15:15 Uhr ein Einsatz in der Stadtmitte gemeldet und beide Abteilungen der Feuerwehr Rheinstetten alarmiert. Ein PKW war mit einer Straßenbahn zusammengestoßen, so der Notrufinhalt. Beim Eintreffen bot sich den ersten Einsatzkräften ein dramatisches Bild - ein stark deformierter PKW war zwischen einem massiven Oberleitungsmasten und einer Straßenbahn eingeklemmt, die Beifahrerseite war bis zur Mittelkonsole eingedrückt und eine Person befand sich noch im Fahrzeug. Augenzeugen und Ersthelfer waren zwar bereits zur eingeklemmten Person vorgedrungen, konnte sie jedoch nicht befreien und betreuten sie bis zum Eintreffen der zahlreichen Einsatzkräfte.
Durch den Oberleitungsmasten, um welchen sich der PKW sprichwörtlich gewickelt hatte, gestaltete sich der Zugang zur Person schwierig. Es stellte sich heraus, dass die betroffene Person lediglich mit den Beinen eingeklemmt, jedoch eine Befreiung nahezu unmöglich war. Aus diesem Grund wurde der Kranwagen und weiteres Rüstmaterial von der Berufsfeuerwehr Karlsruhe angefordert. Es begann eine zeitintensive und bei hochsommerlichen Temperaturen anstrengende Rettung, bei welcher zeitgleich drei hydraulische Rettungsgeräte in Form von Scheren, Spreizern und Stempeln zum Einsatz kamen. Zunächst wurde das Dach und anschließend die Türen des Fahrzeuges abgenommen. Aufgrund zahlreicher Schaulustiger wurde unterdessen ein mobiler Sichtschutz in Stellung gebracht. Mit Hilfe von Ketten wurde die Lenksäule vom Fahrersitz weggezogen und schlussendlich die Rückenlehne entfernt, um die Person nach etwa einer Stunde aus dem Wrack befreien und an den Rettungsdienst übergeben zu können. Nachdem die Person befreit war, wurde mit einem Plasmaschneider und einem Motortrennschleifer der Oberleitungsmast oberhalb des Wracks abgetrennt und vom Kranwagen der Berufsfeuerwehr Karlsruhe entfernt. Um das Fahrzeug schlussendlich bewegen zu können, wurde der untere Teil des Masten mit der maschinellen Zugeinrichtung des Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs beiseite gezogen. Schlussendlich konnte daraufhin das Fahrzeug von einem Abschlepper geborgen und die beschädigte Straßenbahn abgeschleppt werden. Gegen 19 Uhr konnten die letzten Einsatzkräfte dann erschöpft die Einsatzstelle verlassen.
Während der gesamten Rettungsaktion und darüber hinaus mussten die Stadtbahnstrecke und der Kreisel in der Stadtmitte gesperrt werden, was zu einem größeren Rückstau im Stadtteil Forchheim und Verspätungen im Schienenersatzverkehr führt.
Die Feuerwehr Rheinstetten war mit sieben Fahrzeugen, unterstützt von drei Fahrzeugen der Berufsfeuerwehr Karlsruhe vor Ort. Ebenfalls vor Ort war Rettungsdienst mit einem Notarztfahrzeug, einem Rettungswagen und einem Einsatzleiter. Die Polizei war zur Verkehrssicherung und Unfallaufnahmen mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz. Die Verkehrsbetriebe unterstützten die Rettungs- und Sicherungsmaßnahmen, wie die Erdung der Oberleitung, mit mehreren Mitarbeitenden und Sonderfahrzeugen. Mehrere Mitarbeitende der Stadt Rheinstetten kümmerten sich um die Einrichtung einer Umleitung, Absperrung und die weiteren Maßnahmen.


